Kurz gesagt
Eine ChatGPT-Schulung vermittelt, wie Beschäftigte ChatGPT im Unternehmen sicher einsetzen: mit betrieblichem Konto, ohne vertrauliche oder personenbezogene Daten in nicht freigegebene Chats und mit Prüfung jedes Ergebnisses. Wichtig ist der Tarif: Laut OpenAI nutzt es Inhalte aus Business- und Enterprise-Arbeitsbereichen standardmäßig nicht zum Training, bei privaten Konten schon.
Was ist eine ChatGPT-Schulung?
Eine ChatGPT-Schulung zeigt Ihrem Team, wofür ChatGPT im Unternehmen taugt, wo es Fehler macht und welche Daten nicht hineingehören. Sie verbindet gute Prompts mit Regeln für Datenschutz und Informationssicherheit.
Der Bedarf ist oft schon da, bevor das Unternehmen ein Werkzeug freigibt. Die Datenschutzkonferenz (DSK) schreibt in ihrer Orientierungshilfe zu KI: Ohne klare Regeln besteht das Risiko, dass Beschäftigte KI-Anwendungen eigenmächtig und unkontrolliert nutzen, und das sei derzeit in vielen Unternehmen Realität. Wie Sie solche Nutzung erkennen, beschreibt die Schwesterseite zur Schatten-KI.
Die ChatGPT-Schulung gehört zur Security-Awareness-Schulung Ihres Unternehmens. Wer Microsoft 365 nutzt, braucht oft zusätzlich eine Copilot-Schulung, weil Copilot anders auf Unternehmensdaten zugreift.
Welche ChatGPT-Version nutzt Ihr Team?
Ob ChatGPT im Unternehmen datenschutzrechtlich vertretbar ist, hängt stark vom Tarif ab. Die Tabelle fasst die Angaben von OpenAI zusammen (Stand laut Anbieter, November 2026). Prüfen Sie sie vor einer Entscheidung auf den Seiten des Anbieters, denn sie ändern sich häufig.
Die DSK empfiehlt, für die berufliche Nutzung Geräte und Accounts vom Arbeitgeber bereitzustellen. Beschäftigte sollten nicht mit privaten Konten arbeiten müssen, weil so Profile über sie entstehen können. Eine Schulung sollte deshalb klar sagen, welches Konto für die Arbeit vorgesehen ist.
| Merkmal (Stand laut Anbieter) | Free, Plus, Pro (persönlich) | ChatGPT Business | ChatGPT Enterprise |
|---|---|---|---|
| Training mit Inhalten | Standardmäßig an, abschaltbar unter „Improve the model for everyone“ | Standardmäßig aus | Standardmäßig aus |
| Verwaltung | Jede Person selbst | Rollen Member, Admin, Owner, SAML-SSO, Mehr-Faktor-Anmeldung | Zusätzliche Steuerung von Zugriff und Funktionen |
| Aufbewahrung festlegen | Von OpenAI nicht genannt | Von OpenAI nicht genannt | Ja, durch das Unternehmen |
| Speicherung in Europa | Von OpenAI nicht genannt | Von OpenAI nicht genannt | Für berechtigte Kunden möglich |
| Auftragsverarbeitungsvertrag | Von OpenAI nicht genannt | Data Processing Addendum laut OpenAI möglich | Data Processing Addendum laut OpenAI möglich |
Die Datenschutzbewertung einzelner Tarife übernehmen Datenschutz und IT, die Schulung vermittelt das Ergebnis. Den aktuellen Stand beschreibt die Schwesterseite zum Datenschutz bei ChatGPT.
Welche Einstellungen muss Ihr Team kennen?
Auch wenn Ihr Unternehmen einen Business- oder Enterprise-Tarif nutzt, haben viele Beschäftigte privat ein eigenes Konto. Die Schulung sollte deshalb erklären, was die Einstellungen in privaten Konten bewirken und was nicht.
Laut OpenAI ist bei Free, Plus und Pro das Teilen von Daten für das Training standardmäßig aktiviert. Wer Improve the model for everyone abschaltet, behält seinen Verlauf. Wichtig für die Schulung: Gibt jemand nach dem Abschalten Feedback, etwa per Daumen hoch oder runter, kann laut OpenAI die gesamte zugehörige Unterhaltung zum Training verwendet werden. Das Archivieren eines Chats ändert daran nichts, und der Sprachmodus hat eine eigene Einstellung.
Ein temporärer Chat erscheint nicht im Verlauf und wird laut OpenAI nicht zum Training genutzt, solange er temporär bleibt. OpenAI kann ihn aber aus Sicherheitsgründen bis zu 30 Tage aufbewahren. Ein temporärer Chat ist damit kein Ort für Daten, die das Unternehmen gar nicht verlassen dürfen.
In verwalteten Arbeitsbereichen gelten laut OpenAI die Vorgaben des Unternehmens für Aufbewahrung, Memory und Zugriff. Beschäftigte können dort zum Beispiel keine eigene Datenauskunft oder Kontolöschung anstoßen, das läuft über den Inhaber des Arbeitsbereichs. Auch das gehört in die Schulung, damit klar ist, wer bei Fragen zuständig ist.
ChatGPT im Arbeitsalltag: typische Situationen
Am meisten lernt ein Team an Fällen aus dem eigenen Alltag. Die Tabelle zeigt Situationen, die in fast jeder Schulung vorkommen sollten, und die passende Regel. Die DSK empfiehlt ausdrücklich, in internen Regeln konkrete Beispiele für erlaubte und untersagte Einsätze zu nennen.
Das Beispiel mit dem Arbeitszeugnis stammt von der DSK selbst: Auch ohne Namen kann eine Eingabe Personenbezug haben, wenn erkennbar ist, aus welchem Unternehmen und wann sie kam. Mehr zu diesen Fragen steht auf der Seite zur Datenschutz-Schulung mit KI.
| Situation | Risiko | Regel |
|---|---|---|
| Arbeitszeugnis oder Abmahnung entwerfen | Personenbezug trotz weggelassenem Namen | Nur mit Freigabe und im betrieblichen Konto, Details weglassen |
| Kundenmail mit Bestellhistorie beantworten | Kundendaten verlassen das Unternehmen | Nur Struktur und Ton erarbeiten, Daten im eigenen System ergänzen |
| Vertrag oder Angebot zusammenfassen | Vertrauliche Konditionen, fehlerhafte Zusammenfassung | Nur freigegebenes Werkzeug, Ergebnis gegen das Original prüfen |
| Bewerbungen vorsortieren lassen | Automatisierte Entscheidung, mögliche Diskriminierung | Entscheidung trifft ein Mensch, Art. 22 DSGVO beachten |
| Zahlen oder Rechtslage recherchieren | Erfundene Fakten und Quellen | Jede Zahl und jede Norm in der Originalquelle nachlesen |
| Datei aus unbekannter Quelle hochladen | Versteckte Anweisungen an die KI | Nur Dateien hochladen, deren Herkunft Sie kennen |
Vier Prüfschritte vor und nach dem Prompt
Das BSI empfiehlt, Nutzende so zu sensibilisieren, dass sie Ausgaben eines KI-Modells kritisch hinterfragen, ggf. anpassen und ihre Weiterverwendung einschränken. Die DSK schreibt, dass Ergebnisse mit Personenbezug vor der Weiterverarbeitung geprüft werden müssen. Daraus ergibt sich ein einfacher Ablauf mit zwei Prüfungen vor und zwei nach dem Prompt.
Warum die Prüfung nach dem Prompt nötig ist, erklärt das BSI: Es nennt fehlende Ausgabequalität als eigenes Risiko und rät, dass Nutzende sich dessen bewusst sind. Die DSK weist darauf hin, dass Anbieter großer Sprachmodelle häufig selbst klarstellen, dass ihre Texte keinen Anspruch auf Richtigkeit haben. Erfundene Quellen, falsche Zahlen und veraltete Rechtslagen gehören deshalb in jede Übung. Lassen Sie Beschäftigte zum Beispiel eine Norm oder Statistik nennen und im Original nachschlagen, ob sie dort wirklich so steht.
Üben Sie den Ablauf in der Schulung an einem echten Dokument aus Ihrem Haus, das keine vertraulichen Daten enthält. So sehen Beschäftigte, wie oft eine Zusammenfassung Details verkürzt oder falsch wiedergibt.
Checkliste: Was Ihr Team mit ChatGPT konkret tut
Diese vier Regeln lassen sich in jeder ChatGPT-Schulung vermitteln und gelten für jedes andere KI-Werkzeug genauso.
Daten schützen
Für die Arbeit nur das betriebliche Konto nutzen. Keine Kundendaten, Personaldaten, Passwörter oder vertraulichen Zahlen in private Konten, auch nicht im temporären Chat.
Zweiten Kanal nutzen
KI schreibt auch für Betrüger überzeugende Mails. Bei Anfragen zu Geld oder Zugangsdaten über eine bekannte Nummer nachfragen; Muster zeigt die Seite Phishing-Mails erkennen.
Ergebnisse prüfen
Zahlen, Namen, Zitate, Normen und Links in der Originalquelle nachlesen. Texte über Personen vor der Weitergabe gegenlesen.
Vorfälle melden
Vertrauliche Daten versehentlich eingegeben oder einen verdächtigen Upload geöffnet: sofort an IT oder Datenschutz melden, auch wenn es peinlich ist.
So bauen Sie die ChatGPT-Schulung auf
Eine ChatGPT-Schulung beginnt nicht im Schulungsraum, sondern mit einer Entscheidung: welches Werkzeug, welcher Tarif und welche Regeln gelten. Die DSK empfiehlt, klare interne Weisungen zu erteilen und zu dokumentieren, ob, unter welchen Voraussetzungen und zu welchen Zwecken KI-Anwendungen eingesetzt werden dürfen.
Danach folgt die Schulung mit drei Teilen: Funktionsweise und Grenzen von Sprachmodellen, die internen Regeln mit Beispielen und Übungen am eigenen Material. Halten Sie fest, wer wann teilgenommen hat. Das dient zugleich als Baustein für die KI-Kompetenz nach Artikel 4 der KI-Verordnung, mehr dazu auf der Seite zur KI-Schulungspflicht.
Wenn Sie Ihr Team zu ChatGPT und anderen KI-Werkzeugen schulen lassen möchten: Training für Ihr Team anfragen.
Häufige Fragen
Dürfen Mitarbeiter ChatGPT im Unternehmen nutzen?
Das entscheidet das Unternehmen. Die DSK empfiehlt, klar zu regeln, ob und zu welchen Zwecken KI-Anwendungen eingesetzt werden dürfen, und dafür betriebliche Accounts bereitzustellen. Fehlt eine Regel, nutzen Beschäftigte laut DSK KI-Anwendungen häufig eigenmächtig.
Nutzt OpenAI unsere Eingaben zum Training?
Laut OpenAI werden Inhalte aus ChatGPT Business, Enterprise, Edu und ChatGPT for Healthcare standardmäßig nicht zum Training genutzt. Bei persönlichen Konten mit Free, Plus oder Pro ist das Teilen für das Training standardmäßig aktiviert und kann abgeschaltet werden (Stand laut Anbieter, November 2026).
Ist der temporäre Chat für vertrauliche Daten geeignet?
Nur eingeschränkt. Temporäre Chats werden laut OpenAI nicht zum Training genutzt und erscheinen nicht im Verlauf, können aber bis zu 30 Tage aus Sicherheitsgründen aufbewahrt werden. Für Daten, die das Unternehmen nicht verlassen dürfen, ist er deshalb kein Ersatz für ein freigegebenes Werkzeug.
Was unterscheidet ChatGPT Business und Enterprise für die Schulung?
Für die Regeln im Alltag wenig: In beiden Tarifen nutzt OpenAI Inhalte laut eigener Aussage standardmäßig nicht zum Training. Unterschiede liegen in der Verwaltung, etwa bei Aufbewahrungsfristen und Speicherung in Europa, die OpenAI für Enterprise nennt. Die Schulung sollte erklären, welche Einstellungen Ihr Unternehmen gewählt hat.
Was gehört in eine ChatGPT-Schulung für Einsteiger?
Wie ein Sprachmodell Antworten erzeugt und warum es Fakten erfinden kann, wie gute Prompts aufgebaut sind, welche Daten nicht hineingehören und wie Ergebnisse geprüft werden. Dazu kommen die internen Regeln und der Meldeweg bei Fehlern.
Brauchen Beschäftigte ein Zertifikat für ChatGPT?
Nein. Für die KI-Kompetenz nach Artikel 4 der KI-Verordnung ist laut Europäischer Kommission kein Zertifikat nötig. Sinnvoll ist eine interne Dokumentation, wer wann zu welchen Inhalten geschult wurde.
Quellen
- Enterprise privacy at OpenAI (Stand 8. Januar 2026), OpenAI
- Business data privacy, security, and compliance, OpenAI
- Data controls in ChatGPT, OpenAI Help Center
- Temporary chat in ChatGPT, OpenAI Help Center
- Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz (Version 1.0, 6. Mai 2024), Datenschutzkonferenz (DSK)
- Generative KI-Modelle: Chancen und Risiken für Industrie und Behörden (Version 2.0), BSI
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Artikel 22, EUR-Lex
- AI Literacy: Questions & Answers, Europäische Kommission